AI Overviews (auf Deutsch „Übersichten mit KI“) sind von Google erzeugte Zusammenfassungen, die bei manchen Suchanfragen über den klassischen Ergebnissen stehen und auf Quellen verlinken. In Deutschland und Österreich gibt es sie seit März 2025, dazu inzwischen den KI-Modus für ausführlichere Fragen. Für Unternehmen heißt das: Ein Teil der Antwort passiert direkt bei Google, Studien messen weniger Klicks auf klassische Ergebnisse, und es zählt zunehmend, ob und wie ihr in der Zusammenfassung vorkommt.
Was AI Overviews und der KI-Modus sind
Google beschreibt die beiden Funktionen in seiner Dokumentation für Website-Betreiber so:
- AI Overviews fassen ein Thema kurz zusammen und sollen ein Ausgangspunkt sein, um über Links weiterzulesen. Sie erscheinen laut Google nur, wenn die Systeme sie für einen Mehrwert gegenüber der klassischen Suche halten. Bei vielen Suchanfragen gibt es deshalb keine.
- Der KI-Modus (AI Mode) ist für Fragen gedacht, die mehr Recherche, Abwägen oder Vergleichen brauchen. Er liefert eine ausführlichere, KI-erzeugte Antwort mit Links zu unterstützenden Websites.
Beide Funktionen können laut Google unterschiedliche Modelle und Verfahren nutzen. Deshalb können auch die verlinkten Quellen unterschiedlich sein.
Seit wann es sie in Deutschland und Österreich gibt
Google hat die Übersichten mit KI am 25. März 2025 für weitere europäische Länder angekündigt, darunter Deutschland und Österreich, jeweils auf Deutsch und Englisch. Laut der Ankündigung sehen sie angemeldete Nutzerinnen und Nutzer ab 18 Jahren, wenn die Systeme sie für hilfreich halten.
Der KI-Modus kam später. Im Oktober 2025 hat Google eine Ausweitung auf mehr als 40 weitere Länder und Gebiete angekündigt. Laut Googles Hilfeseite zum KI-Modus ist er heute unter anderem in Deutschland und Österreich verfügbar, und Deutsch gehört zu den unterstützten Sprachen.
Wie Google Quellen auswählt und verlinkt
Für beide Funktionen nutzt Google laut seiner Dokumentation unter Umständen ein Verfahren namens „query fan-out“: Zu einer Frage werden mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen gleichzeitig durchgeführt. Während die Antwort entsteht, sucht Google weitere passende Seiten und kann so laut eigener Aussage eine breitere Auswahl an Links zeigen als bei einer klassischen Suche.
Wie das in der Praxis aussieht, hat das Pew Research Center in den USA untersucht: 88 Prozent der analysierten Zusammenfassungen nannten drei oder mehr Quellen. Am häufigsten verlinkt waren Wikipedia, YouTube und Reddit, sowohl in den Zusammenfassungen als auch in den klassischen Ergebnissen.
Spannend für Unternehmen ist ein weiterer Befund derselben Studie: Wie oft eine Zusammenfassung erscheint, hängt stark von der Frage ab. Bei Suchen mit ein oder zwei Wörtern gab es in 8 Prozent der Fälle eine, bei Suchen mit zehn oder mehr Wörtern in 53 Prozent. Als Frage formulierte Suchen lösten in 60 Prozent der Fälle eine Zusammenfassung aus. Je mehr Menschen ganze Fragen eintippen, desto öfter steht also eine KI-Antwort ganz oben.
Fuchs-Tipp
Tippt die wichtigste Frage eurer Kunden einmal als ganzen Satz bei Google ein, nicht als zwei Stichwörter. Nach den Pew-Zahlen erscheint dann viel öfter eine Übersicht mit KI – und ihr seht, wer darin verlinkt ist.
Was Google Website-Betreibern empfiehlt
Google ist hier ziemlich klar: Es gibt laut der Search-Central-Dokumentation keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen, um in AI Overviews oder im KI-Modus vorzukommen. Weder eigene KI-Textdateien noch besondere strukturierte Daten nach schema.org seien nötig. Eine Seite muss indexiert sein und in der Suche mit Snippet erscheinen können. Garantiert ist damit laut Google nichts.
Stattdessen verweist Google auf die bekannten Grundlagen:
- Inhalte, die für Menschen geschrieben sind und echten Nutzen bieten
- Crawling in der robots.txt erlauben, auch bei CDN- oder Hosting-Anbietern
- interne Verlinkung, damit Inhalte gut auffindbar sind
- eine gute Nutzererfahrung auf der Seite
- wichtige Inhalte als Text, ergänzt durch gute Bilder und Videos, wo es passt
- strukturierte Daten, die mit dem sichtbaren Text übereinstimmen
- aktuelle Angaben im Merchant Center und im Unternehmensprofil
- die Website in der Search Console bestätigen
Zwei Details aus derselben Dokumentation sind für die Praxis wichtig. Erstens: Besuche aus den KI-Funktionen zählen in der Search Console zum gesamten Suchtraffic, im Leistungsbericht unter „Web“. Getrennt auswerten lassen sie sich dort nicht. Zweitens: Wer einschränken will, was Google aus seinen Seiten zeigt, kann Steuerelemente wie nosnippet, data-nosnippet, max-snippet oder noindex nutzen. Diese wirken auf die Darstellung in der Suche insgesamt, nicht nur auf die KI-Funktionen. Für die meisten Unternehmen ist das deshalb eher keine gute Idee.
Eine technisch saubere Website ist die Voraussetzung für all das. Mehr dazu unter Websites.
Fuchs-Tipp
Bevor ihr Geld für eine eigene „KI-Datei“ ausgebt: Google sagt selbst, dass es keine braucht. Prüft lieber, ob eure Website in der Search Console bestätigt ist und eure wichtigen Seiten indexiert sind.
Was mit den Klicks passiert
Hier gehen die Zahlen auseinander, und es lohnt sich, genau hinzuschauen, wer was gemessen hat.
Pew Research Center (Juli 2025): In den Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA aus dem März 2025 klickten Nutzerinnen und Nutzer bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, wenn eine KI-Zusammenfassung zu sehen war. Ohne Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Auf einen Link in der Zusammenfassung selbst klickten sie bei 1 Prozent der Besuche. Einschränkungen: Die Studie betrifft nur die USA und nur Google, die Suchen wurden nachträglich erneut abgerufen und können vom tatsächlich Gesehenen abweichen, und sie zeigt einen Zusammenhang, keinen belegten Ursache-Wirkungs-Effekt.
Ahrefs (Februar 2026): Der SEO-Softwareanbieter hat Search-Console-Daten zu 300.000 Suchbegriffen ausgewertet und die Klickrate des erstplatzierten Ergebnisses im Dezember 2023 mit Dezember 2025 verglichen. Bei Suchbegriffen mit AI Overview lag sie laut Ahrefs rund 58 Prozent unter dem Wert, der ohne AI Overview zu erwarten gewesen wäre. Einschränkungen: nur Desktop-Daten, keine Angabe zu den Ländern, und der Vergleichswert ist eine Hochrechnung, keine kontrollierte Messung.
Google (August 2025): Google selbst schreibt in seinem Blog, die Zahl der organischen Klicks sei im Jahresvergleich insgesamt relativ stabil und die Qualität der Klicks gestiegen. Zahlen oder Methodik dazu veröffentlicht Google in dem Beitrag nicht.
Für Deutschland und Österreich haben wir keine vergleichbar sauber dokumentierte Untersuchung gefunden. Die Richtung der unabhängigen Studien ist trotzdem eindeutig: Wo eine KI-Zusammenfassung steht, wird seltener auf klassische Ergebnisse geklickt. Wie stark euch das betrifft, hängt davon ab, bei welchen Fragen ihr gefunden werden wollt.
Was das für Unternehmen bedeutet
Gerankt werden reicht nicht mehr allein. Wenn die Antwort schon oben steht, entscheidet sich ein Teil der Wahrnehmung, bevor jemand klickt. Es zählt, ob ihr in der Zusammenfassung als Quelle oder als Anbieter vorkommt.
Was dort über euch steht, ist genauso wichtig. Genannt werden ist die halbe Miete. Wenn die Zusammenfassung euch nennt, aber mit einer veralteten Angabe oder einem Bild, das nicht mehr stimmt, hilft euch das wenig. Was ihr dagegen tun könnt, steht in Falsche oder veraltete Angaben in KI-Antworten.
Fragen beantworten, nicht nur Stichwörter bedienen. Die Pew-Zahlen zeigen: Bei ganzen Fragen erscheinen besonders oft KI-Zusammenfassungen. Inhalte, die konkrete Fragen zu eurem Thema klar und belegt beantworten, sind dafür gute Kandidaten.
Google ist nur eine von mehreren KIs. Dieselben Fragen stellen Menschen auch ChatGPT, Perplexity oder Gemini. Viele Grundlagen sind dieselben, mehr dazu in Was ist KI-Sichtbarkeit?
Messen statt raten. Weil die Search Console Klicks aus den KI-Funktionen nicht getrennt ausweist, braucht es einen anderen Blick: von der Frage aus. In unserem KI-Audit lassen wir die KI selbst den Fragebogen schreiben, also die Fragen, die sie zu eurem Thema für relevant hält, und stellen ihr genau diese Fragen hundertfach. Daraus wird sichtbar, wie oft ihr genannt werdet und wie oft die Konkurrenz, der Share of Answers. Was daraus folgt, welche Themen ihr besetzen wollt und wie ihr erzählt werden wollt, entscheiden Menschen, die euch und eure Kunden kennen. Danach wird wieder gemessen. Mehr dazu unter KI-Sichtbarkeit.