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Brand Mentions: Warum zählt, was andere über euch schreiben

Was Brand Mentions sind, wie sie sich von Backlinks unterscheiden, warum KI-Systeme Drittquellen viel Gewicht geben und wie man Nennungen ehrlich aufbaut.

Stand: Oktober 2026 · Von Lisa Peer · veröffentlicht am

Brand Mentions sind Nennungen eures Unternehmens in fremden Quellen: in Zeitungen, Fachartikeln, Branchenportalen, Bewertungen oder auf den Websites von Partnern – mit oder ohne Link. Für KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity sind sie wichtig, weil diese Systeme ihre Antworten aus vielen Quellen zusammensetzen und dabei auffallend oft auf unabhängige Quellen zurückgreifen. Was andere über euch schreiben, landet deshalb oft eher in der Antwort als das, was ihr über euch selbst sagt.

Was Brand Mentions sind

Eine Brand Mention ist jede Stelle im Netz, an der euer Name fällt und etwas über euch steht. Zum Beispiel:

  • ein Bericht in der Regionalzeitung über euren Umbau,
  • ein Fachbeitrag, in dem eure Methode erklärt wird,
  • ein Eintrag in einem Branchenverzeichnis oder Vergleichsportal,
  • eine Kundenbewertung auf Google Maps oder einer Bewertungsplattform,
  • eine Referenz auf der Website eines Partners.

Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf eure. In der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) sind Backlinks seit Jahren ein wichtiges Signal. Eine Brand Mention ist breiter: Sie kann einen Link enthalten, muss aber nicht.

Für KI-Antworten verschiebt sich der Blick. Ein Sprachmodell liest Text. Ob in einem Artikel ein Link auf euch zeigt, ist dabei weniger entscheidend als die Frage, was in dem Artikel über euch steht. Ein Satz wie „Der Betrieb hat sich auf Seminare für Teams bis 40 Personen spezialisiert“ ist eine Information, die eine KI übernehmen kann – mit oder ohne Link.

Backlinks bleiben trotzdem nützlich, schon allein für die klassische Suche. Wichtig ist nur, wie sie entstehen: Google wertet das Kaufen oder Tauschen von Links zu Ranking-Zwecken als Link-Spam. Bezahlte Links sind nur in Ordnung, wenn sie als solche gekennzeichnet sind.

Fuchs-Tipp

Sucht einmal nach eurem Firmennamen und lest nur die fremden Seiten, nicht eure eigene. Was dort über euch steht, ist ein guter erster Blick auf den Stoff, aus dem auch eine KI schöpfen kann.

Der bärigste Unternehmer Tirols

Stellt euch vor, jemand steht auf und sagt: „Ich bin der bärigste Unternehmer Tirols.“ Glaubt ihm das wer? Eher nicht.

Jetzt stellt euch vor, die Zeitung schreibt es. Kunden erzählen es in ihren Bewertungen. Ein Branchenportal führt ihn als Empfehlung, und Partner verweisen auf ihrer Website auf ihn. Dann „stimmt“ es plötzlich – nicht weil er es gesagt hat, sondern weil es viele andere sagen.

Ungefähr so arbeitet die KI. Sie hält für plausibel, was viele glaubwürdige Quellen übereinstimmend erzählen. Eure eigene Website ist dabei eine Stimme unter vielen. Eine wichtige, aber eben eure eigene.

Warum KI-Systeme fremden Quellen viel Gewicht geben

Viele KI-Systeme suchen für ihre Antworten aktiv im Web. Perplexity beschreibt, dass es Fragen in Echtzeit im Netz recherchiert und jede Antwort mit nummerierten Quellenangaben versieht. Google erklärt für AI Overviews und den AI Mode, dass dabei mehrere verwandte Suchen zu Unterthemen und Datenquellen laufen können, um eine breitere Auswahl an Links zu zeigen. Eine Antwort entsteht also selten aus einer einzigen Seite.

Welche Art von Quellen dabei zum Zug kommt, hat ein Forschungsteam um Nick Koudas 2025 untersucht. In ihrer Auswertung stammten bei ChatGPT zwischen rund 73 und 92 Prozent der herangezogenen Quellen aus „Earned Media“ – also von unabhängigen Medien, Test- und Vergleichsseiten – und nicht von den Websites der Marken selbst. Untersucht wurden Fragen zu Autos, Unterhaltungselektronik und Software. Die Google-Suche mischte deutlich mehr Herstellerseiten bei. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Arbeit ist ein Preprint, also noch nicht unabhängig begutachtet, und die Einteilung der Quellen hat überwiegend ein KI-Modell vorgenommen.

Eine zweite Studie zeigt, worauf es innerhalb einer Quelle ankommt. Die Forschenden hinter dem Begriff GEO (Generative Engine Optimization) haben getestet, welche Änderungen an Texten deren Sichtbarkeit in KI-Antworten erhöhen. Im Test wirkten Zitate, Zahlen und Quellenangaben am besten – mit bis zu 40 Prozent mehr Sichtbarkeit. Das klassische Vollstopfen mit Suchbegriffen half dagegen kaum. Kurz: Belegte Aussagen setzen sich eher durch als Behauptungen.

Beides zusammen ergibt ein klares Bild, aber kein Naturgesetz. Wie genau ein KI-System Quellen gewichtet, legen die Anbieter nicht offen. Deshalb arbeiten wir mit Wahrscheinlichkeiten und messen sie.

Genannt werden ist die halbe Miete

Eine Nennung allein hilft wenig, wenn darin das Falsche steht. Ein Portaleintrag mit eurer alten Adresse, ein Zeitungsartikel über ein Angebot, das es nicht mehr gibt, eine Bewertung, die ein längst gelöstes Problem beschreibt: All das kann die KI übernehmen.

Deshalb schauen wir bei Brand Mentions nicht nur, ob ihr vorkommt, sondern was dort über euch steht:

  • Stimmt es? Leistungen, Standorte, Kapazitäten, Ansprechpartner.
  • Ist es aktuell? Was sich geändert hat, muss auch draußen ankommen.
  • Zeigt es euer Bild? Wofür ihr stehen wollt, sollte nicht nur auf eurer Website stehen, sondern auch bei anderen.

Was passiert, wenn die KI etwas Falsches über euch erzählt, beschreiben wir in Falsche Angaben in KI-Antworten.

So baut ihr Brand Mentions ehrlich auf

Gute Brand Mentions entstehen dort, wo ihr wirklich etwas zu erzählen habt. Ein paar Wege:

  1. Pressearbeit. Ein neues Angebot, ein Umbau, eine Auszeichnung, ein Jubiläum: Was für Leser interessant ist, ist auch für Redaktionen interessant. Regionale Medien und Fachmedien sind dabei oft wertvoller als eine einzelne große Schlagzeile.
  2. Fachbeiträge. Ihr wisst etwas, das andere in eurer Branche wissen wollen? Dann schreibt darüber – als Gastbeitrag in einem Fachmagazin, auf einem Branchenblog oder in einem Verbandsnewsletter. Mit Zahlen, Beispielen und klaren Aussagen.
  3. Branchenportale und Verzeichnisse. Prüft, wo ihr gelistet seid und ob die Angaben stimmen. Ein vollständiger, aktueller Eintrag ist oft schneller erledigt als ein Artikel.
  4. Bewertungen. Bittet zufriedene Kunden um eine ehrliche Bewertung. Das ist erlaubt und sinnvoll. Antwortet auf Bewertungen sachlich, auch auf kritische.
  5. Partner. Lieferanten, Kooperationspartner, Verbände: Wer gut mit euch zusammenarbeitet, erwähnt das oft gern auf der eigenen Website.
  6. Vorträge und Veranstaltungen. Wer auf einer Fachveranstaltung spricht, wird im Programm, im Nachbericht und oft in den Medien genannt.

Fuchs-Tipp

Bittet um eine Bewertung, wenn es gerade gut gelaufen ist – direkt nach dem gelungenen Projekt, nicht drei Monate später. Und ohne Gegenleistung: Bewertungen, die durch Anreize entstanden sind, verbietet Google Maps.

Was nicht geht: gekaufte und gefälschte Bewertungen

Bewertungen selbst schreiben, schreiben lassen oder kaufen ist keine Abkürzung, sondern ein Risiko.

Das österreichische UWG zählt das Abgeben gefälschter Bewertungen und den Auftrag an andere, solche abzugeben, zu den Geschäftspraktiken, die unter allen Umständen als unlauter gelten (Anhang, Z 23c). Ebenso unlauter ist es laut Z 23b, Bewertungen als Meinungen echter Kunden auszugeben, ohne angemessen geprüft zu haben, ob sie wirklich von solchen stammen. Das ist keine Rechtsberatung – im Zweifel fragt eure Anwältin oder euren Anwalt.

Auch die Plattformen ziehen klare Grenzen. Google Maps verbietet Rezensionen, für die bezahlt wurde, und Bewertungen, die durch Anreize des Unternehmens entstanden sind, ebenso Bewertungen von aktuellen oder früheren Mitarbeitenden. Solche Inhalte werden entfernt, bei Verstößen drohen Einschränkungen bis zur Schließung des Kontos.

Und selbst ohne rechtliche Folgen: Gefälschte Lobeshymnen klingen meistens auch so. Der bärigste Unternehmer Tirols wird man nicht, indem man es sich selbst hundertmal bestätigt.

Wo Technik und Handwerk zusammenkommen

Die Technik kann zeigen, welche Quellen die KI zu eurem Thema heranzieht, wie oft ihr dort vorkommt und was dort steht. Das ist der Teil, den unser KI-Audit liefert – und der sichtbar macht, wo euch Nennungen fehlen. Wie wir messen, erklärt der Artikel zum Share of Answers.

Was daraus wird, entscheiden Menschen. Welche Geschichte ist für eine Redaktion interessant? Welches Fachmagazin passt? Welcher Partner würde gern über euch schreiben? Und welche Aussage soll überall gleich ankommen? Daran arbeiten wir mit euch: Wir legen gemeinsam fest, was erzählt werden soll, schreiben die Texte in eurer Tonalität und bringen sie über unsere Kontakte zu Medien und Partnern dorthin, wo die KI sie findet. Danach misst die Technik wieder.

Mehr zum Zusammenspiel von KI-Audit, Strategie, Umsetzung und Messung findet ihr unter KI-Sichtbarkeit. Wie die KI grundsätzlich entscheidet, wen sie nennt, steht in Wie entscheidet ChatGPT, welche Unternehmen es nennt?

Kurz gefragt

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Brand Mentions und Backlinks?
Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf eure. Eine Brand Mention ist jede Nennung eures Unternehmens in einer fremden Quelle, mit oder ohne Link. Für KI-Systeme zählt vor allem, was in der Nennung steht, denn sie lesen den Text und nicht nur den Link.
Zählen Nennungen ohne Link überhaupt?
Für KI-Antworten ja. Sprachmodelle verarbeiten Text, und eine Aussage über euch in einem Fachartikel oder einer Bewertung ist Text, auch ohne Link. Ein Link schadet nicht, ist aber nicht der Kern.
Darf man Bewertungen kaufen oder selbst schreiben?
Nein. In Österreich gilt das Abgeben gefälschter Bewertungen oder der Auftrag an andere, das zu tun, laut UWG als Geschäftspraktik, die unter allen Umständen unlauter ist. Plattformen wie Google Maps verbieten bezahlte Rezensionen ebenfalls und entfernen sie. Erlaubt ist, zufriedene Kunden um eine ehrliche Bewertung zu bitten.
Wie findet man heraus, welche Quellen die KI zu unserem Thema heranzieht?
Indem man viele Fragen zu eurem Thema an mehrere KI-Systeme stellt und auswertet, welche Quellen in den Antworten auftauchen. Genau das macht unser KI-Audit. Daraus ergibt sich, wo ihr fehlt und wo über euch etwas Veraltetes oder Unvollständiges steht.
Kann man garantieren, dass eine Nennung in einer KI-Antwort landet?
Nein. Niemand kann garantieren, welche Quellen eine KI auswählt oder wie sie sie zusammenfasst. Man kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, indem glaubwürdige Quellen übereinstimmend Richtiges über euch erzählen, und die Wirkung regelmäßig messen.

Quellen

  1. Chen, Wang, Chen, Koudas – arXiv-Preprint 2509.08919, 10.09.2025: Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search (abgerufen am 20.10.2026)
  2. Aggarwal u. a. – KDD 2024, arXiv 2311.09735: GEO: Generative Engine Optimization (abgerufen am 20.10.2026)
  3. Perplexity Help Center: How does Perplexity work? (abgerufen am 20.10.2026)
  4. Google Search Central, Stand 10.12.2025: AI features and your website (abgerufen am 20.10.2026)
  5. Google Search Central: Spam policies for Google web search – Link spam (abgerufen am 20.10.2026)
  6. RIS – Rechtsinformationssystem des Bundes, Fassung vom 20.10.2026: Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb 1984 (UWG), Anhang Z 23b und 23c (abgerufen am 20.10.2026)
  7. Google Maps – Richtlinien für von Nutzern beigetragene Inhalte: Verbotene und eingeschränkte Inhalte (Google Maps) (abgerufen am 20.10.2026)

Und wie sieht das bei euch aus?

Welche Quellen die KI zu eurem Thema heranzieht, wo ihr dort fehlt und was dort über euch steht, zeigt das KI-Audit.